ZUKUNFT DER EUROPÄISCHEN POLITIK FÜR LÄNDLICHE RÄUME - Zukunft von LEADER

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Ländliche Räume sind das Rückgrat Europas: Sie sichern gesellschaftlichen Zusammenhalt durch starkes ehrenamtliches Engagement und ein funktionierendes Gemeinwesen. Mit einem starken Mittelstand, vielfältigen Wertschöpfungsketten sowie dezentralen Strukturen tragen sie maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei.  

Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen – wie geopolitischen Verwerfungen, angespannten öffentlichen Haushalten, wirtschaftlichem Strukturwandel und den Folgen des Klimawandels – sind vitale und resiliente ländliche Regionen für eine widerstandsfähige Gesamtwirtschaft sowie für ein soziales und friedliches Miteinander unverzichtbar.  

 

  • Ländliche Räume sind vielfältig

  • Ländliche Räume sind mehr als idyllische Landschaften oder landwirtschaftliche Produktionsstandorte – 
    sie sind vielfältige Lebens-, Wirtschafts- und Gestaltungsräume.

  • Ländliche Entwicklung betrifft zahlreiche Bereiche und hat viele Facetten, die durch LEADER 
    bedarfsgerecht gestärkt werden können:

 

Daseinsvorsorge: Medizinische Versorgung, Pflegeangebote, Nahverkehr, Bildungs- und Betreuungsangebote

 

Regionale Wertschöpfung: Handwerk, Mittelstand, innovative Gründungen, lokale Märkte und Direktvermarktung, Tourismus und Naherholung

 

Soziales und Kultur: Vereine, Ehrenamt, Freizeitangebote, Kulturorte, Begegnungsstätten, Nachbarschaftshilfe

 

Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Klimaresilienz, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität, Ressourcenschutz


 

Um diese Bandbreite gleichwertig und wirksam zu fördern, muss die Ländliche Entwicklung mit LEADER nach 2027 als eigenständiges Ziel in den nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen (NRPP) der Europäischen Union verankert werden. Nur so können alle Handlungsfelder der Ländlichen Entwicklung strategisch aufeinander abgestimmt und nachhaltig gestärkt werden.

 

LEADER: Ein Erfolgsmodell seit Beginn

 

Seit über 30 Jahren ist LEADER das europäische Vorzeigeprogramm für partizipative Regionalentwicklung und Demokratieförderung vor Ort:

 

Bottom-up-Ansatz: Bürgerschaft und lokale Akteurinnen und Akteure gestalten ihre Region selbst – mit hoher Akzeptanz, Identifikation und nachhaltiger Wirkung.

 

Integrierte Entwicklung: LEADER unterstützt sektorübergreifende Projekte, die Wirtschaft, Soziales, Kultur und Umwelt strategisch miteinander verbinden.

 

Demokratie vor Ort: LEADER stärkt bürgerschaftliches Engagement nicht nur finanziell, sondern auch durch demokratie-fördernde Beteiligungsprozesse, regionale Eigenverantwortung und die konkrete Erfahrbarkeit des europäischen Gedankens.

 

Etablierte Managementstrukturen: Lokale Aktionsgruppen und Regionalmanagements bilden einen zentralen Erfolgsfaktor. Sie koordinieren Entwicklungsstrategien, aktivieren Beteiligungsprozesse, bringen neue Impulse ein, beraten Antragstellende, ernetzen Akteurinnen und Akteure, sichern Qualität sowie Transparenz in der Umsetzung.  

 

LEADER stärkt die regionale Handlungsfähigkeit, indem es lokale Governance-Strukturen optimiert und Netzwerke fördert, die Anpassungsfähigkeit an globale Herausforderungen erhöht und die Problemlösungskompetenz vor Ort ausbaut. Der Mehrwert von LEADER liegt in den dauerhaften Strukturen, Initiativen und Netzwerken, die durch die Aktivitäten der Lokalen Aktionsgruppen sichergestellt werden. Dies schafft regionale Identität, strategische Zusammenarbeit und langfristige Entwicklungsimpulse – Effekte, die über einzelne Förderperioden hinaus wirken und ländliche Räume nachhaltig stärken.

 

 

Gefährdungen in der neuen Förderperiode

Der Vorschlag der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen für 2028-2034 beinhaltet eine grundlegende Neuordnung der Finanzstrukturen. Für die Ländliche Entwicklung, insbesondere LEADER, bedeutet dies fatale Veränderungen wie:

 

  • Verlust der institutionellen Verankerung: Die Umsetzung von LEADER stünde gänzlich in Abhängigkeit nationaler Prioritätensetzungen.

 

  • Fehlende Budgetsicherheit: LEADER ist ohne eigenes Mindestbudget geplant.

 

  • Kürzung der EU-Kofinanzierung: Eine Absenkung des EU-Anteils belastet alle Antragstellende und gefährdet besonders kommunale und zivilgesellschaftliche Projekte.

 

  • Mehr Bürokratie, weniger Zeit: Kürzere Umsetzungsfristen (n+1 statt n+2) und zentrale Entscheidungsstrukturen schwächen die Handlungsfähigkeit.

 

  • Einschränkung des Förderzugangs: Fördermittel wären künftig ausschließlich oder vorrangig besonders strukturschwachen Regionen vorbehalten

     

Unsere Forderungen zum MFR 2028-2034

  • Festes Mindestbudget für LEADER.

     

  • Erhalt der derzeitigen EU-Kofinanzierung (mindestens jedoch 60 %), um Kommunen 
    und Vereine nicht weiter zu überlasten.

     

  • Stärkung der regionalen Entscheidungskompetenz inklusive Governance-Strukturen 
    und Bottom-up-Ansatz.  

     

  • Thematische Offenheit für alle Bereiche der ländlichen Entwicklung.

     

  • Realistische Umsetzungsfristen (n+2) für weiterhin qualitativ hochwertige Projekte 
    (Bottom-Up-Prinzip braucht Zeit).

     

  • Anerkennung ländlicher Räume als eigenständiges Ziel in den NRPP.  

 

  • LEADER ist mehr als ein Förderprogramm, es ist gelebte Europapolitik vor Ort.  

  • LEADER ist das bewährte Instrument, das Bürgerinnen und Bürgern die Chance gibt, ihre Ideen für eine 
    lebendige und zukunftsfähige Region Wirklichkeit werden zu lassen.

  • LEADER kann ländliche Regionen durch gezielte Impulse eine Perspektive geben und derzeit starke 
    Gebiete im Transformationsprozess unterstützen.  

  • LEADER ist die Rahmenbedingung, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, sich mit Leidenschaft 
    und Eigenverantwortung für ihre Gemeinden einzusetzen – für starke Regionen und ein starkes Europa.

     

Wir sind LEADER in Baden-Württemberg!